Muni Trek Albanien

11. Januar 2017 | Highlights, News, Videos |

Florian Kaiser und Rocco Schulz planten vor bald zwei Jahren eigentlich noch einen viel größeren Trip, durch politische Unruhen im Zielgebiet mussten sie aber umdisponieren – und haben einen Muni-Trek durch Albanien gemacht – QU-AX hat sie unterstützt – und hier ist die Geschichte – und das Video dazu:

“Was für einen Tag haben wir heute?”

Ich konnte Flo’s Frage nicht beantworten. Wir hatten unsere Telefone seit Tagen ausgeschaltet – um Batterie zu sparen – Empfang gab es ausserhalb der kleinen Dörfer ohnehin kaum.

“Keine Ahnung, vielleicht Freitag?”

Angekommen in Albanien

Angekommen in Albanien

Wir hatten total das Zeitgefühl verloren seitdem wir Tirana, die Hauptstadt Albaniens verlassen hatten. Und es war egal denn wir hatten alles was wir brauchten: Munis, Wanderstiefel, Nahrungsmittel, Schlafsäcke. Dass wir etwas vergessen hatten würden wir erst später merken.

Tirana war der erste Stop unserer Reise. Wir hatten sechs Luxus Einräder von QU-AX dabei als wir im Backpacker-Hostel in Tirana ankamen. Die Einräder erwiesen sich schnell als äußerst beliebt bei den Kindern als wir einen kleinen Workshop for der Universität von Tirana abhielten. Die Einräder wurden uns großzügigerweise von QU-AX gesponsert. Nach dem Workshop schenkten wir einem sehr talentierten Jungen eines – drei weitere erhielt das Backpacker Hostel Tirana wo jetzt Reisende und die Angestellten Einrad fahren lernen können. Die beiden restlichen 20″ Einräder packten wir auf unsere Rucksäcke und zogen weiter Richtung Norden, zu unserem eigentlichen Ziel, den “verfluchten Bergen”.

Auspacken der Luxus Einräder im Backpacker Hostel

Auspacken der Luxus Einräder im Backpacker Hostel

Der glückliche neue Besitzer eines QU-AX Luxus

Der glückliche neue Besitzer eines QU-AX Luxus

Wir wählten die Route am Koman-See entlang, und wir hätten es wohl bis auf die andere Seite des Sees am selben Tag schaffen können, aber wegen eines Mißverständnisses sind wir zu früh aus dem Bus gestiegen – und mussten so am nächsten Tag 30 km mehr fahren und anschliessend bis zum nächsten Morgen warten um die Fähre nach Fierza zu bekommen, von wo wir einen weiteren Bus nach Valbona nahmen.

ein neugieriger Esel auf dem Weg zum Koman See

ein neugieriger Esel auf dem Weg zum Koman See

Die Fährfahrt über den künstlichen See der zu Stromerzeugungszwecken in den 70er Jahren gebaut wurde führte uns durch eine herrliche Landschaft und zeigte gleichzeitig eines der größten Probleme Albaniens nur allzu deutlich: Plastikflaschen und Verpackungsmüll schwamm überall an der Wasseroberfläche.

Wilde Landschaften am Koman See

Wilde Landschaften am Koman See

Wir spendeten die beiden letzten Luxus-Einräder einer Schule in Valbona welche zu diesem Zeitpunkt wegen Sommerferien jedoch nicht besucht war. Um das zusätzliche Gewicht der 20″ Einräder erleichtert starteten wir eine Zweitageswanderung über mehr oder weniger nicht fahrbares Terrain. Der Hang zum ersten Pass bot keinen einzigen Abschnitt der nicht mindestens 30° steil war. Die schnell einsetzende Dunkelheit zwang uns dennoch es uns auf einem steilen Hang für die Nacht möglichst bequem zu machen.

Wenn es dunkel wird muss man auch mal am steilen Hang schlafen können.

Wenn es dunkel wird muss man auch mal am steilen Hang schlafen können.

Der nächste Tag brachte trockene Hitze, die Luft stand regelrecht auf den von Sonne beschienenen Felsboden. Unsere Wasservorräte reichten nur bis Mittags und alle Quellen oder Bäche die wir erreichten waren genauso trocken wie unsere Kehlen. Stunden später wurden wir jedoch it spaßigen Trails und zuletzt auch mit einem noch nicht ausgetrockneten Bergstrom belohnt.

Geführte Touren werden im Sommer nicht angeboten - es ist einfach zu warm und trocken

Geführte Touren werden im Sommer nicht angeboten – es ist einfach zu warm und trocken.

Die restlichen Tage verbrachten wir mit weiteren Treks in der Region um Valbona und Thethi. Beide Täler sind durch einen Trail verbinden der häufig von Touristengruppen verwendet wird. Wir kamen zu der Erkenntnis, dass das Befragen Ortskundiger über die Schwierigkeitsgrade der Trails nicht viel nützt um die Fahrbarkeit der Trails einzuschätzen. Es schien jedoch, dass Reiter zu Pferde ein guter Indikator für spaßige Trails zu sein schienen.

Nach durstigen Kilometern endlich Wasser

Nach durstigen Kilometern endlich Wasser

Wir reduzierten unser Gepäck auf ein Minimum und nach einigen Tagen, geprägt von Schweiß und Staub rochen wir schon bald wie ein kleiner Schafstall. Der Valbona Fluss war uns eine Wohltat, um all den Dreck abzuwaschen, dennoch hat das Shirt das ich trug bis heute nicht mehr die ursprüngliche Farbe.

Einer der eher bequemeren Schlafstätten entlang unserer Reise

Einer der eher bequemeren Schlafstätten entlang unserer Reise

Wir hatten keinerlei technische Probleme in der ganzen Zeit, nach einer Woche in den Bergen wurde jedoch offensichtlich, dass wir nicht genügend Bargeld mitgenommen hatten. Wir waren fälschlicherweise davon ausgegangen dass die Preise für Essen ähnlich wie die sein würden die wir in der Hauptstadt gesehen hatten. So mussten wir uns die letzten Tage von Brot und einer kleinen Menge Honig ernähren – trotzdem war es eine der besten Trekking-Touren die wir bisher gemacht haben.

Fotos und Story: Florian Kaiser und Rocco Schulz, finde more at www.campfire-movies.com